Fokus Artikel: Mit Künstlicher Intelligenz - Revolution auf St. Pauli: Hamburger Firma entwickelt bahnbrechende Technik für Krebsdiagnose

 

Das Hamburger Unternehmen "MindPeak" entwickelt eine innovative Technik zur Diagnose von Krebs. Künstliche Intelligenz soll das Erkennen von Tumorzellen beschleunigen und sicherer machen - und den Ärzten mehr Zeit für die Patienten ermöglichen.

 

 

Kaum eine Erkrankung ist so sehr gefürchtet wie Krebs. Fast 240.000 Menschen sterben jedes Jahr daran – Tendenz steigend. „Es gibt immer mehr Krebsfälle auf der Welt, aber die Anzahl der Ärzte, die auch diese Krebsdiagnosen erstellen können, bleibt mehr oder weniger gleich“, sagt Felix Faber im Gespräch mit dem „NDR“.

 

Hamburger Firma "MindPeak" entwickelt innovative Technik zur Ermittlung von Krebs

Deswegen hat Faber die Firma „MindPeak“ ins Leben gerufen. Das auf St. Pauli ansässige Unternehmen entwirft Technik, anhand derer die Diagnose von Krebs vereinfacht und beschleunigt werden soll.

Dabei kommt Künstliche Intelligenz zum Einsatz. Diese untersucht die Gewebeprobe, die Grundlage für nahezu jede Krebsdiagnose ist, auf potenzielle Tumorzellen. Sie prüft, ob und wie viele Krebszellen vorhanden sind und welcher Art diese sind.

 

„Zuerst markieren wir den Bereich, den wir analysieren wollen. Dann wird das an unseren Server gesendet und innerhalb weniger Sekunden hat unser System, unsere Künstliche Intelligenz, die Tumorzellen von den Nicht-Tumorzellen differenziert und auch geschaut, welche Tumorzellen markiert sind, um so eine Prozentzahl auszurechnen “, erklärt Faber. Diese würde den Onkologen bei der Wahl der richtigen Therapie unterstützen.

 

Software von Hamburger Unternehmen ist Ärzten bei Diagnose von Krebs

Generell ist die Software den Ärzten eine enorme Hilfe. Denn normalerweise müssen die Mediziner die Krebszellen mit bloßem Auge auf einem Bild bewerten und händisch auszählen.

 

Und das kostet nicht nur Zeit, sondern auch Kraft: „Wenn Sie große Flächen auszählen sollen, da können Sie schon mal ein bisschen müde werden. Oder wenn es um die Beurteilung von sehr kleinen Pünktchen in Zellen geht, wo man 1.000 Zellen auszählen muss“, sagt Professor Markus Tiemann des Instituts für Hämatopathologie. „Da ist es tatsächlich so, dass solche Systeme die Konzentration sicherlich besser halten können als wir Menschen.“

 

Hamburger Firma: "Künstliche Intelligenz kann dem Arzt mehr Zeit für Patienten ermöglichen"

Doch obwohl die Künstliche Intelligenz das Erkennen von Tumorzellen deutlich vereinfacht, ist diese Software nur eine Hilfestellung. Letzten Endes stellt immer noch ein Mensch, nämlich ein qualifizierter Arzt die Diagnose Krebs, die über Leben und Tod entscheidet.

 

Doch mit Hilfe von „MindPeak“ können sich Mensch und Maschine gegenseitig ergänzen, erklärt Faber. Denn die medizinische Zukunft gehöre der Zusammenarbeit: "Ich denke, die Künstliche Intelligenz in circa zehn Jahren kann Ärzte und das Gesundheitssystem sehr gut unterstützen bei Tätigkeiten, die sich häufig wiederholen. Künstlicher-Intelligenz-Software kann da einfach Arbeit abnehmen und so dem Arzt mehr Zeit für den Patienten ermöglichen“, erklärt der Geschäftsführer Faber.

 

Einschätzung von WHO: Bis 2040 steigt die Zahl der Krebserkrankungen um 60 Prozent

Vor allem vor dem Hintergrund, dass die Zahl der Krebserkrankungen laut WHO bis zum Jahre 2040 um 60 Prozent steigen könnte, ist dies von hoher Relevanz. Wie Fachleute schätzen, werden bereits 2020 mehr als 500.000 Menschen die Diagnose Krebs erhalten.

 

Nach Angaben von „Pharma Fakten“, einer Initiative von Arzneimittelherstellern in Deutschland, darf aber mehr als die Hälfte der Betroffenen darauf hoffen, wieder zu genesen. Das liegt auch am technischen Fortschritt – zu dem auch „MindPeak“ von St. Pauli beiträgt.

 

Read the article online.